








Als Regisseur des Abends beherrscht der Tod die Szene. Personen treten auf und treten ab. Auf der Bühne der Welt geben sie ihr Schauspiel des Lebens: Der Bettler, der Vogt, die Krämerin, die Mutter mit dem kranken Kind. Figuren, aus dem Mittelalter gegriffen, wirken gleichnishaft auch für unsere Zeit. Mitten im Leben werden sie vom Tod überrascht.
Der Tod weicht nicht von der Bühne. Als letzter Feind, so aber auch als Pädagoge führt er zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Jedem begegnet er anders. Für den Bettler bedeutet sein Kommen beinahe Erlösung aus irdischem Elend. Der Habgierige jedoch vermag nichts von seinem Besitz in die Ewigkeit hinüberzuretten. Der eine stirbt stolz, der Demütige aber beruft sich auf Gottes Gerechtigkeit.
Die Szenen aus dem Totentanz von A.Lippl führen weiter in unsere Zeit. In einer nun anderen Welt von Computern, Medien und Wissenschaft bleibt der Tod derselbe.
